So, liebe Leserin, lieber Leser, begann der damalige Friedersdorfer Pastor Wilhelm Buchmann II in einem offensichtlichen Hochgefühl, nach seinem Amtsantritt in hiesiger Pfarrstelle, im Jahre 1913 seine handschriftliche Chronik. Auf dem Einband hatte er ein damals noch übliches, vertrauend hoffendes ,,Walt’s Gott!“ festgehalten, wohl ahnend, wie mutig und schwierig es ist, ein solches Unterfangen zu beginnen und erst recht, es zu einem guten Abschluss zu bringen. Die Beschäftigung mit der Geschichte zur Pastorenfamilie Buchmann im Jahre 2008 führte mich zwangsläufig zu dem handschriftlichen Versuch von Wilhelm Buchmann II (bzw. der jüngere) die Friedersdorfer Chronik fortzuführen. Auch er sah sich damals in der besonderen Verantwortung, das reiche Wissen um die Friedersdorfer Dorf- und Kirchengeschichte fortzuführen, aufbauend auf dem vielfaltigen Chronikmaterial seiner Amtsvorgänger, die da wären:

Christian Knauthe 1. Chronik vom Jahr 1750

Gottlieb Friedrich Otto 2. Chronik vom Jahr 1795

Christian Gottlieb Julius Knothe 3. Chronik vom Jahr 1856

Ich fand dann im Pfarrarchiv noch einen Chronikbericht von Pastor Schaffranek aus den Jahren 1940-1944, damals Kunnerwitzer Pastor und Vertretungspfarrer in den Kriegsjahren von 1940-1944 in Friedersdorf und schließlich von Pastor Wilhelm Rüster, ein Chronikfragment mit einem datierten Anfang vom Juli 1955, das aber schon im April 1958 abrupt abbricht. Das alles führte letztlich zur erst zaghaften Idee, dann zum Wunsch und schließlich dem Entschluss, das Wagnis einzugehen, die Friedersdorfer Dorfchronik weiterzuführen. Die Resonanz im Dorf und bei interessierten Mitmenschen bestärkte mich, das Unmögliche zu versuchen. In Andreas Heyde und Gerhard Roitsch fand ich interessierte, dem Vorhaben aufgeschlossen gegenüberstehende Mitbürger. Natürlich erntete ich auch Unverständnis, teilweise empfing ich sogar Ablehnung. Das Thema ist ja auf Grund der vielfältigen teilweise tragischen Geschichte, den gravierenden Ein- und Umbrüchen in Deutschland im Verlaufe des 20. Jahrhunderts eigentlich für Jeden interessant und bemerkenswert.

Wir hoffen und glauben damit auch ihre persönliche Auseinandersetzung mit dem von uns zusammengesuchten, teilweise selbst erstellten Material zu befördern, wohl wissend, uns damit trotz aller versuchten Objektivität und Neutralität der Kritik auszusetzen. Wir haben unser Bestes versucht, hinter dem ,,wir“ der AG Chronik verbergen sich derzeit: Andreas Heyde, Gerhard Roitsch, Ulrich Schubert, Wolfgang Hübner, Holger Schröter, Sven Büchner, Jörg Büchner, Werner Vieweg, Karl-Heinz Langner, jeder bringt sich auf individuelle Weise ein, seinen besonderen Interessen folgend, auch seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten geschuldet, aber gerade das macht es vielfältig, interessant und schön.

Latein, sinngemäß „Abwechslung macht Freude“